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Dienstag, 31. Mai 2011

Dienstagsfrage und ein T-Shirt

Die aktuelle Frage vom Wollschaf:

Was macht ihr mit Wollresten?
Nein, ich meine nicht die Sockenwollreste, wo alles die gleiche
Lauflänge hat, sondern ein halbes Knäuelchen hiervon, Zweieinhalb
Knäuel davon, 270g von was ganz anderem, 120g Effektgarn und alles in
unterschiedlicher Nadelstärke. Was halt in einem normalen
StrickerInnenhaushalt so anfällt.
Vielen Dank an Reni für die heutige Frage!
Wollreste - eigentlich keine Reste, denn entweder bleibt so viel übrig, dass man noch ein weiteres Projekt davon machen kann oder ich kaufe noch etwas nach, damit noch ein weiteres Projekt gestrickt werden kann oder es kommt in die Sammelkiste. 
Ich mache aus Resten gerne mal Kleinigkeiten, aus Lacewollresten kann schon mal ein kleines Tüchlein entstehen, für Spielzeug und Amigurumis braucht man auch nicht viel Wolle oder Dekokram, Pulswärmer, kurze Schals, Bikinis usw. Oder ich kombiniere zwei Reste miteinander...
Aus der Sammelkisten-Wolle können dann schon mal grössere Objekte entstehen. Im Moment habe ich eine spezielle Sammelkiste mit geerbter Wolle, aus der ich bis Weihnachten eine grosse Decke stricken will. Ich plane da einfach verschiedene Garne zusammen zu verstricken, so dass ich aus mehren dünnen Garnen ein dickeres erhalte. Im folgenden Bild sieht man ein Projekt, das aus verschieden dicken Garnen entstanden ist: Für die Körbchen/Körbe (sind ja doch recht gross) habe ich immer so viele unterschiedliche Reste zusammen verhäkelt, dass ich auf eine gleichmässige Stärke gekommen bin. Die 4 Körbe haben recht viel Wolle gefressen, danach war nicht nur meine Sammelkiste leer. 

Mein neues T-Shirt ist übrigens auch fertig:
Zum 3. Mal habe ich den Beaded Sweater aus diesem Buch hier gestrickt. Allerdings ist diese Version Top-Down und ein ganzes Stück länger geworden. Das Garn war Baumwoll-Sockenwolle von Regia von der letztjährigen Sommerkollektion und ich habe genau 200g benötigt.

Dienstag, 17. Mai 2011

Die verstrickte Dienstagsfrage


Diese Frage ist interessant, denn heute fragt das Wollschaf:
An alle, die sich hobbymäßig dem spannenden Experiment des Wollefärbens widmen. Wie mischt Ihr Eure Farben (speziell Ostereierfarben) – habt Ihr Rezepte ausgetüftelt, macht Ihr eher "kwk" (kommt, wie’s kommt), mischt Ihr die vorher angerührten Farben oder schmeißt Ihr die Pillen oder Päppchen zusammen, um zu sehen, was dann rauskommt, in der Hoffnung, es wird was Brauchbares? Setzt ihr die Grundfarben nach den Angaben auf der Packung an oder eher konzentrierter? Was war bisher Eure gelungenste Mischung?
Und zum Schluss: Was bewegt Euch in erster Linie zur Färberei – eher der Spaß am kreativen Gepansche – also der Weg als Ziel, oder die Absicht, ein bestimmtes Projekt in einer ganz bestimmten selbstgemachten Farbigkeit zu stricken?
Vielen Dank an Froggie für die heutige Frage!
Ha! Ich färbe ja ganz gerne meine Wolle selbst, ich liebe handgefärbte Wolle! Für mich ist das Wollefärben etwas, das ganz ohne Konzept funktioniert. Der Griff zu den Farben geschieht ganz automatisch und meist spiegelt die Färbung meine aktuelle Laune wieder. Rezepte? Wozu?! Da ich mich ja nie im Leben an ein Rezept halten kann (es geht eh schief, wenn ich es tatsächlich mal versuche! Und wie!) weil mir immer eine Verbesserung oder eine weitere Idee dazu einfällt, weil ich zu schusselig bin und etwas überlese, mache ich es mit dem Färben eben so wie mit allem anderen auch: Ich mache einfach. Und bis jetzt hat das auch immer prima geklappt, ich war immer von den Ergebnissen begeistert.
Am liebsten habe ich ja besonders knallige und intensive Farben, deswegen nehme ich lieber mehr Farbpulver als zu wenig. Ich liebe spontane Reaktionen: Was passiert, wenn ich auf den grasgrün gefärbten Strang Wolle jetzt noch etwas Pink dazu gebe? Ich versuche aber auch, eine spezielle Färbung zu erreichen: Pinkfarbene Tupfen auf grasgrüner Wolle. Ich mag gerne Themenfärbungen: Thema Wasser, Neptun, Meerjungfrauen, Nixen - weil mir das gerade beim Schwimmen im Freibad eingefallen ist. Seit neuestem versuche ich auch Färbungen zu erreichen, die nicht mit scheckigen Socken enden, sondern schöne Farbübergänge ergeben, Ton in Ton... 
Ich würde sagen, für mich ist der Weg genauso das Ziel wie das Ziel selbst. Ich mag das kreative Gepansche, bei dem man manchmal gar nicht so recht weiss, was herauskommt. Aber auch das Ergebnis selbst ist für mich wichtig. 

Dienstag, 10. Mai 2011

Die verstrickte Dienstagsfrage


Heute will das Wollschaf wissen:
Hast Du in einer schwierigen Lebenssituation Stricken schon mal als eine Art Therapie empfunden? Magst Du darüber erzählen?
Vielen Dank an Kerstin für die heutige Frage!
Uff, so eine richtig schwierige Lebenssituation hatte ich zum Glück noch nie. Aber Stricken ist für mich definitiv Therapie. Mich beruhigt es unglaublich (nur Spinnen beruhigt mich noch mehr), leider bin ich manchmal etwas zappelig, da ist es ganz gut, ein paar Nadeln zwischen den Fingern haben zu können. Das Gefühl von Wolle ist einfach nicht nur kuschelig und wärmend. Für mich ist es der Beginn von Kreativität, etwas Neues schaffen und somit das Selbstbewusstsein stärkend. 
Andererseits kann Stricken auch mal das Gegenteil einer Therapie sein: Ist das Muster zu schwierig, erfordert zu viel Aufmerksamkeit oder ist die Wolle etwas diffizil zu handhaben, dann ist Stricken alles andere als beruhigend, sondern eher nervenaufreibend. 

Dienstag, 3. Mai 2011

Die verstrickte Dienstagsfrage - bisschen spät...


Heute fragt das Wollschaf:
Wie schafft Ihr es, dass Eure nichtstrickenden Familienmitglieder, also sicher speziell die Ehemänner, das ständige Gestricke mit seinem Nadelgeklapper, der herumliegenden Wolle, den Stapeln von Anleitungen, das Suchen nach denselben, die Wollsucht an sich und das Maschenzählen fast bis in den Schlaf aushalten?
Habt Ihr "Tricks", gibt es interessante Kompromisse oder nehmen die besseren Hälften das einfach so hin oder bemerkt Ihr gar ab und an etwa Anzeichen des Abgleitens in Frust und Verzweiflung? 
Vielen Dank an Froggie für die heutige Frage!
Tja, da gibt es bei mir keine Probleme, denn mein Mann hat auch ein Hobby. Ein spezielles, das nicht nur sehr viel Zeit sondern enorm viel Platz beansprucht. Wir sind beide nur glücklich, wenn wir basteln und unsere Schätze hüten und bewundern können. So wie ich meinen Liebsten bei seinem Hobby unterstütze, so werde ich auch von ihm unterstützt. Da gibt es kein Gemeckere, keinen Frust und Verzweiflung - was ist das? 
Mein Süßester geht sogar soweit, dass er mit mir zusammen in Wolleläden einkaufen geht, oder mir Strickbücher einfach so schenkt (und nicht mal die von meiner Wunschliste!) und hin und wieder auch mal ein ausländisches Strickheftchen mitbringt (oder einfach mal so einen Beutel Quivit-Fasern zum Geburtstag schenkt). Ich finde das einfach wunderbar, besser kann man es gar nicht haben! Ich werde auch nie geschimpft, wenn ich schon wieder Wolle gekauft habe, im Gegenteil, häufig werde ich sogar dazu ermuntert. Aber da siegt dann bei mir die Vernunft, schliesslich kann man nicht unendlich viel Wolle bunkern. ;-) 
Ab und zu lassen sich unsere Hobbies sogar verbinden, da bekomme ich dann auch mal ein Yarn-Meter gebastelt, dass die Lauflänge von Wolle ausmisst oder andere nette Tools. Meinem Mann stricke ich dafür auch Strümpfe, Handschuhe, Mützen oder eben mal etwas ganz abgefahrenes wie Atombombenmodelle und Mondraketen. So ergänzen wir uns einfach prima! 
Der Rest meiner Familie profitiert eigentlich auch nur von  meinem Gestricksel, immerhin strickt meine Schwester, meine Mutter auch manchmal und die lassen sich auch gerne bestricken. Vielleicht gibt es im weiteren Umkreis manchmal Augenrollen, wenn ich nur noch Wolle rede, aber das ignoriere ich einfach. ;-)

Dienstag, 26. April 2011

Die verstrickte Dienstagsfrage - bisschen spät...


Das Wollschaf stellte heute diese Frage:
Jede(r) hat gelegentlich mal ein Strickproblem. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten zu fragen: Man wendet sich an Oma oder Tante, man konsultiert das örtliche Wollgeschäft, man wendet sich im Internet z.B. an eine Mailingliste oder ein Forum oder geht zu Ravelry. Wo fragst Du nach, wenn Du nicht weiter weißt?
Vielen Dank an Kerstin für die heutige Frage!
Das kommt zwar bei mir sehr, sehr selten vor (da macht sich die jahrelange Erfahrung bemerkbar), aber wenn dieser Fall doch eintritt, sehe ich mir gerne Filmchen auf YouTube dazu an. Natürlich versuche ich auch meine Strickprobleme mithilfe meiner umfangreichen Bibliothek zu lösen, doch oft findet man nicht schnell genug das, was man sucht. ;-) Und wenn alles nichts hilft, gibt es zum Glück Ravelry, wo einem immer geholfen wird. 
Meine letzte verbliebene Oma strickt leider gar nicht, Tanten habe ich auch keine hier, die das könnten und im Wollgeschäft ist es meist eher so, dass die dort von mir noch was lernen. *seufz* 

Mittwoch, 20. April 2011

Die verstrickte Dienstagsfrage - bisschen spät...


Besitzst Du "historisches" Handarbeitszubehör,  z. B. alte Strick- oder
Häkelnadeln, Anleitungshefte, Klöppelkissen, Stopfeier oder ähnliches?
Wie kam es in Deinen Besitz? Verwendest Du es noch, oder bewahrst Du es
z. B. nur aus "sentimentalen" Gründen auf?
Vielen Dank an Kerstin für die heutige Frage!
Ja, also natürlich habe ich geerbte Nadeln (ultrafeine Häkelnadeln, Nadelspiele), eine wunderschöne Strickliesl in Fliegenpilzform und viele, viele Burdas aus den 40er und 50er Jahren. Sogar Wolle von anno Tuck liegt irgendwo in meinem Stash begraben. 
Geerbt habe ich einen Teil von Großtanten, Oma, angeheirateten Omas, die Burdas sind Dachbodenfunde bei benachbarten alten Leuten. In meiner Familie wurde immer viel gehandarbeitet und da meine kleine Schwester nicht so viel Wert auf Erbstücke legt, landete das meiste in meinem Besitz. 
Die sentimentalen Gründe spielen bei der Aufbewahrung eine grosse Rolle, ich hänge einfach an dem alten Zeug, mit dem ich Stricken und Häkeln gelernt habe. Die Nadeln werden auch noch regelmässig verwendet. Meine alten Burdas - ich wollte eigentlich immer mal was daraus machen, schliesslich stehe ich auf Mode aus den 30er - 50er Jahren. Aber leider sind die Maße der Damen von damals so völlig anders, mal fehlt eine aussagekräftige Maschenprobe, dann ist die Anleitung so krude geschrieben, dass man sie kaum versteht... Ich bevorzuge da lieber die neuen Anleitungen! ;-)
Selbst gekauft habe ich mir mal eine uralte Ausgabe von Schachenmayr "Lehrbuch der Handarbeiten", Band 1 und 2 aus den 30er Jahren. Lustigerweise habe ich erst vor kurzem eine neuere Ausgabe des einen Bandes geschenkt bekommen.